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Homepage-Baukasten oder Agentur — was ist für Ihren Betrieb das Richtige?
Wix, Jimdo, IONOS: Für 20 € im Monat verspricht der Baukasten eine Website in einem Nachmittag. Manchmal stimmt das sogar. Ein ehrlicher Vergleich — inklusive der Fälle, in denen Sie keine Agentur brauchen, und inklusive der Rechnung, die dabei fast nie aufgemacht wird: der Zeitrechnung.
Kurz gesagt
Ein Baukasten reicht, wenn Ihre Kunden über Empfehlungen kommen und die Website nur Adresse, Telefon und ein paar Fotos zeigen soll. Sobald Sie über Google gefunden werden wollen, kippt die Rechnung — nicht wegen der 20 € im Monat, sondern wegen der Stunden, die Sie selbst hineinstecken. Rechnen Sie beide Wege über drei Jahre und mit Ihrer Arbeitszeit, dann wird die Entscheidung eindeutig.
Wann ein Baukasten wirklich reicht
Fangen wir mit der unbequemen Wahrheit für Agenturen an: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten genügt. Wenn Ihre Kunden ausschließlich über Empfehlungen kommen, niemand Sie googelt und die Website nur als digitale Visitenkarte existiert — Adresse, Telefonnummer, drei Fotos — dann erfüllt eine ordentliche Baukasten-Seite diesen Zweck. Wer das über sich sagen kann und einen Abend Geduld mitbringt, braucht keine Agentur.
Konkret sind das vier Situationen. Erstens: Die Auftragsbücher füllen sich seit Jahren zuverlässig über Empfehlung, Stammkunden und Nachbarschaft. Zweitens: Sie sind ohnehin ausgelastet und suchen keine neuen Kunden, sondern nur eine Adresse im Netz, auf die Sie im Gespräch verweisen können. Drittens: Sie stehen ganz am Anfang und haben kein Budget — eine ordentliche Baukasten-Seite schlägt jede geplante Website, die nie fertig wird. Viertens: Sie arbeiten gern selbst am Rechner, es macht Ihnen sogar Spaß, und ein belegter Abend pro Woche stört Sie nicht.
Genauso ehrlich ist die Gegenrichtung. Wenn Sie einen zweiten Standort aufbauen, in einen umkämpften Markt hineinwollen, Mitarbeiter suchen, gegen mehrere Wettbewerber mit gepflegten Seiten antreten oder erklärungsbedürftige Leistungen verkaufen, ist der Baukasten das falsche Werkzeug. Nicht, weil er schlecht wäre — sondern weil Sie ihn dann bedienen müssten wie ein Profi. Und die eigentliche Frage kommt erst danach: Wer pflegt die Seite in zwei Jahren?
Was der Baukasten wirklich kostet
Die 10 bis 50 € im Monat sind der kleinste Teil der Rechnung. Der größte steht auf keiner Preisliste: Ihre Zeit. Aus dem versprochenen Nachmittag werden regelmäßig Wochenenden — Texte schreiben, Fotos zuschneiden, Menüs sortieren, und am Ende sieht es trotzdem nach Vorlage aus. Dazu kommt, was Handwerker aus ihrem eigenen Gewerk kennen: Das Ergebnis eines Laien mit gutem Werkzeug ist selten das Ergebnis eines Profis. Der Unterschied fällt nur später auf — wenn Besucher kommen, aber nicht anrufen.
Rechnen Sie außerdem mit den Posten, die im beworbenen Monatspreis häufig nicht enthalten sind: die eigene Domain nach dem ersten Jahr, ein Postfach mit Ihrer Firmenadresse statt einer Freemail-Adresse, Zusatzfunktionen wie Terminbuchung oder Newsletter, in günstigen Tarifen die Entfernung des Anbieter-Hinweises, und je nach Anbieter ein Aufschlag, wenn Sie jährlich statt monatlich kündbar bleiben wollen. Das sind selten dramatische Summen. Sie stehen nur nicht auf der Seite, auf der Sie den Preis zuerst gesehen haben.
Die Stundenrechnung — einmal ehrlich aufgemacht
Diese Rechnung macht kaum jemand auf, deshalb hier einmal in Zahlen. Nicht als Wissenschaft, sondern als Größenordnung aus der Praxis. Texte für fünf Seiten, wenn sie mehr sein sollen als Füllsätze: sechs bis zehn Stunden. Fotos machen, aussuchen, zuschneiden, verkleinern: drei bis fünf Stunden. Struktur festlegen, Vorlage aussuchen, Seiten anlegen, Menü ordnen, alles am Handy nachprüfen: acht bis fünfzehn Stunden. Rechtstexte besorgen und einbauen: zwei Stunden. Einarbeitung ins System, bis Sie nicht mehr suchen müssen: drei bis vier Stunden. Und im ersten Jahr Nachbesserungen, neue Preise, neue Fotos, ein neuer Mitarbeiter: noch einmal gut zehn Stunden.
In Summe sind das 35 bis 50 Stunden. Setzen Sie dafür nicht Ihren Verrechnungssatz an, sondern nur das, was Ihre eigene Stunde Ihnen im Betrieb wert ist — sagen wir vorsichtige 60 €. Dann liegt der wahre Preis des ersten Jahres bei 2.100 bis 3.000 € plus Gebühren. Das ist keine Anklage: Wenn diese Stunden abends anfallen und Ihnen die Arbeit Freude macht, sind sie kein Verlust. Gehen sie dagegen von der Baustelle, vom Feierabend oder von der Familie ab, dann haben Sie nicht gespart, sondern die Rechnung nur woanders bezahlt.
Dazu kommt ein Effekt, den man nicht in Stunden misst: Was man selbst gebaut hat, ändert man selten wieder. Die Seite, die einen Monat Abende gekostet hat, bleibt danach stehen, wie sie ist — auch wenn Preise, Leistungen und Öffnungszeiten sich längst geändert haben. Genau daran erkennt man von außen die Baukasten-Seiten, die niemand mehr betreut: an der Weihnachtsmeldung im Juni und an der Telefonnummer, die seit dem Umzug nicht mehr stimmt.
Woran Baukasten-Seiten bei Google scheitern
Technisch sind moderne Baukästen in Ordnung — das Vorurteil „Baukasten rankt nicht“ stimmt so pauschal nicht mehr. Baukasten-Seiten scheitern woanders: an Texten, die keine Suchanfrage beantworten, an fehlender Struktur, an leeren Unternehmensprofilen und daran, dass nach dem Launch nie wieder jemand etwas anfasst. Eine Website ist kein Bauwerk, das fertig wird, sondern eher ein Schaufenster, das gepflegt werden will. Genau diese Pflege ist es, die im Alltag eines Betriebs als Erstes hinten runterfällt.
Im Einzelnen sind es vier Dinge. Erstens Texte, die keine Frage beantworten: eine Sammelseite „Leistungen“ mit einer Aufzählung, statt einer eigenen Seite je Leistung mit Ort, Details und Preisrahmen. Zweitens fehlende Struktur: keine sinnvollen Überschriften, auf jeder Unterseite derselbe Titel, Adressen wie /seite-3. Drittens ein nie beanspruchtes Google-Unternehmensprofil, obwohl gerade das lokal am schnellsten wirkt. Und viertens, der größte Posten: Stillstand nach dem Launch.
Dazu kommt eine Falle, die den meisten erst beim Wechsel auffällt: Inhalte aus einem Baukasten lassen sich nicht sauber exportieren. Texte und Fotos nehmen Sie mit, alles andere bleibt. Wer nach drei Jahren umzieht, baut neu — und braucht dann Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse, sonst fällt die mühsam aufgebaute Sichtbarkeit zurück auf null. Das ist kein Grund, es zu lassen. Es ist ein Grund, es zu wissen.
Wenn Sie beim Baukasten bleiben: fünf Dinge, die Sie richtig machen müssen
Angenommen, Sie haben sich entschieden und bauen selbst. Dann entscheiden fünf Punkte darüber, ob daraus ein Werkzeug wird oder eine Karteileiche. Erstens: Registrieren Sie die Domain auf Ihren eigenen Namen, nicht auf den des Anbieters, des Neffen oder eines Bekannten. Das ist der einzige Punkt auf dieser Liste, der sich später kaum noch reparieren lässt. Zweitens: Schreiben Sie für jede wichtige Leistung eine eigene Seite und nennen Sie darin Ihren Ort — die Startseite allein kann nicht für alles gefunden werden.
Drittens: Legen Sie das Google-Unternehmensprofil an und pflegen Sie es. Für einen lokalen Betrieb bringt es in den ersten Monaten fast immer mehr als die Website selbst. Viertens: Verkleinern Sie jedes Bild, bevor Sie es hochladen — das ist der häufigste Grund für Seiten, die am Handy quälen. Und fünftens der Punkt, an dem die meisten scheitern: Machen Sie einen festen Termin im Kalender. Vier Mal im Jahr eine Stunde, in der Sie Preise, Öffnungszeiten, Fotos und Rechtstexte durchgehen. Eine Website ohne Termin ist eine Website, die veraltet.
Was eine gute Agentur anders macht
Nicht „schönere Farben“. Der Unterschied liegt in den Entscheidungen, die man als Laie nicht treffen kann: Welche Seiten braucht es für welche Suchanfragen, was gehört in die erste Bildschirmhöhe, welche Formulierung bringt Anrufe, was verlangt die DSGVO. Und im Betrieb danach: Updates, Sicherheit, Änderungen, Sichtbarkeit. Seriös ist eine Agentur dann, wenn sie diese Arbeit dauerhaft übernimmt — nicht, wenn sie eine Datei übergibt und verschwindet.
Zwei Beispiele, damit das nicht abstrakt bleibt. Ein Betrieb hat drei Leistungen, von denen eine gut zwei Drittel des Umsatzes bringt — trotzdem stehen alle drei gleich groß nebeneinander, weil das gerecht wirkt. Wer die Seite so umbaut, dass die tragende Leistung den größten Platz und die eigene Unterseite bekommt, gewinnt damit mehr als mit jedem Designdetail. Oder: Ganz oben auf der Startseite steht ein Slogan. Dorthin gehört stattdessen die Antwort auf die Frage, die jeder Besucher in den ersten drei Sekunden hat — was machen die, für wen, wo, und wie erreiche ich sie.
Der zweite Unterschied ist unspektakulär und wird deshalb unterschätzt: Es ist jemand zuständig. Updates werden eingespielt, bevor etwas passiert. Das Impressum bleibt aktuell. Wenn das Kontaktformular ausfällt, merkt es jemand, ohne dass Sie es merken müssen. Für Betriebe, in denen niemand Zeit für so etwas hat, ist genau das der Gegenwert — nicht die Optik.
Woran Agenturen scheitern
Der Vergleich wäre unehrlich, wenn hier nur die Schwächen des Baukastens stünden. Agenturen scheitern ebenso zuverlässig, und zwar an drei Dingen. Erstens am Projektende: Die Seite wird gebaut, abgenommen, bezahlt — und danach fühlt sich niemand mehr zuständig. Zwei Jahre später ist die Technik veraltet, und jede Textänderung wird einzeln in Rechnung gestellt. Zweitens an der Erreichbarkeit: Wer im Verkaufsgespräch saß, ist nach dem Launch selten derselbe, der ans Telefon geht.
Drittens am Preis ohne Gegenwert. Eine fünfstellige Website, die auf keine Suchanfrage ausgerichtet ist, keine Anfragen auslöst und von niemandem gepflegt wird, ist teurer Stillstand. Wer eine Agentur beauftragt, sollte deshalb vorher genau die Fragen stellen, die im Verkaufsgespräch stören: Was kostet eine Textänderung, und wie lange dauert sie? Wer hält die Technik aktuell? Wie lange binde ich mich? Und auf wen wird die Domain registriert? Wer darauf klare Antworten bekommt, hat die Agentur schon halb geprüft.
Die Rechnung über drei Jahre
Legen Sie beide Wege über drei Jahre nebeneinander, und zwar vollständig. Der Baukasten kostet je nach Tarif rund 700 bis 1.500 € an Gebühren — dazu die 35 bis 50 Stunden im ersten Jahr und gut zehn in jedem weiteren. Eine Agentur-Website zum Festpreis liegt einmalig zwischen 5.000 und 15.000 €, fällig bevor der erste Besucher die Seite gesehen hat, und die Pflege kommt als getrennter Posten obendrauf. Ein Freelancer liegt mit 800 bis 5.000 € dazwischen, mit dem bekannten Risiko: Ein Mensch wird krank, wechselt den Beruf oder hat gerade keine Zeit.
Vergleichbar werden diese Zahlen erst, wenn in jeder Spalte dasselbe drinsteht. Ein Angebot über 6.000 € ohne Wartung und eines über 9.000 € mit drei Jahren Betrieb sind nicht dasselbe, auch wenn die erste Zahl kleiner aussieht. Und ein Monatsbeitrag ohne Laufzeit ist etwas anderes als derselbe Betrag mit 36 Monaten Bindung — rechnen Sie Monatsbeträge immer mal Laufzeit, bevor Sie sie nebeneinanderlegen.
Unser eigenes Modell liegt dazwischen: ab 99 € im Monat inklusive Design, Texten, Hosting und Pflege, monatlich kündbar — Sie sehen die fertige Vorschau, bevor Sie irgendetwas bezahlen. Welcher Weg passt, hängt allein davon ab, ob Ihre Website Kunden bringen soll oder nur existieren muss.
Die Entscheidung in drei Fragen
Wenn Sie sich noch immer nicht entscheiden können, beantworten Sie drei Fragen — ehrlich, nicht so, wie man es gern hätte. Erstens: Soll Ihre Website existieren oder Kunden bringen? Wer „existieren“ sagt, spart mit dem Baukasten viel Geld und sollte keine Agentur bezahlen. Zweitens: Haben Sie 40 Stunden, und zwar tatsächlich, nicht theoretisch? Wer sie hat und gern nutzt, baut selbst. Drittens: Wer kümmert sich in zwei Jahren darum? Fällt Ihnen dazu kein Name ein, haben Sie Ihre Antwort.
Es gibt übrigens keinen Grund, diese Entscheidung für immer zu treffen. Viele Betriebe starten mit dem Baukasten und wechseln erst, wenn die Seite anfangen soll zu arbeiten. Wichtig ist dann nur zweierlei: Die Domain gehört von Anfang an Ihnen, und Sie wissen, dass der Wechsel ein Neubau ist. Wer das einkalkuliert, macht mit keinem der beiden Wege einen Fehler.
Geschrieben von

Simon Woytewicz
Gründer & Geschäftsführer
Ihr Ansprechpartner vom ersten Gespräch an: Simon verantwortet Beratung, Konzept und die Partnerschaft danach — er kennt den Mittelstand aus der Praxis, nicht aus Präsentationen.

Tim Basinski
Gründer & Geschäftsführer
Tim verantwortet Design und Entwicklung: von der ersten Vorschau über die Technik hinter jeder Website bis zur KI-Plattform LV-Solution — Qualität, die man messen kann.
Mehr über die beiden auf der Über-uns-Seite.
Häufige Fragen
Kann ich meine Baukasten-Seite später zu einer Agentur mitnehmen?
Die Domain ja — die gehört Ihnen, wenn sie auf Ihren Namen registriert ist (das sollten Sie prüfen). Die Seite selbst praktisch nie: Baukasten-Inhalte lassen sich nicht sauber exportieren, eine Agentur baut den Auftritt neu. Texte und Fotos können übernommen werden, die Arbeit dahinter nicht.
Mein Neffe kann Websites bauen — ist das eine Alternative?
Für die Technik vielleicht. Die eigentliche Frage ist, wer in zwei Jahren die Updates einspielt, das Impressum aktuell hält und erreichbar ist, wenn etwas klemmt. Die meisten Neffen-Websites sterben nicht am Können, sondern an der Verfügbarkeit.
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